FIAT Werkstatt Arequipa

Werkstattaufenthalt in Arequipa

Wenn einer eine Reise macht… dann hat er was zu erzählen. Auf der Costanera in Peru, der Küstenstraße nach Norden (unsere Richtung) in der Mitte zwischen zwei Orten und 50 km vom nächsten Handysignal entfernt hatten wir ein Motorproblem. Zuerst klang es als würde sich ein Riemen auflösen, dann machte der Motor häßliche Geräusche und ging aus.

Zum Glück waren wir gerade an einem kleinen Parkplatz, so dass wir zumindest einen sicheren Platz zum Anhalten hatten. Wir waren entsetzt, hatten wir doch alle Riemen und sogar den Zahnriemen vor der Abfahrt sicherheitshalber ersetzt und gerade erst einmal 20.000 km seitdem gefahren.

Wir warfen unser Multiecuscan an (kann alle Bordcomputer auslesen) und erfuhren vom Steuergerät, dass ein Fehler mit dem Sensor der Steuerwelle vorliegt. Wir sollten den Sensor und die elektrische Verbindung prüfen. Ein Lichtblick: Es wurde kein Fehler aufgezeichnet, der auf einen defekten Zahnriemen hinweist, sonst wäre ein anderer Fehler (unplausible Werte zwischen zwei Wellen) aufgezeichnet worden.

Wir starteten den Motor noch einmal zum Test, er ging nach 5 Sekunden aus wieder mit dem gleichen Fehler. Also komplett liegen geblieben.

Wir hielten ein vorüberfahrendes Fahrzeug an, damit Peter in die nächstgelegene Stadt kam um eine Werkstatt und einen Abschleppdienst zu finden. Glücklicherweise war der Fahrer Polizist und so nett, mit Peter in Camana fünf Werkstätten abzufahren, denn vier verweigerten den Service weil sie zu viel Arbeit hätten. Die fünfte Werkstatt erklärte sich zu einem unverschämten Preis bereit zu helfen.

Peter fuhr dann mit dem Abschleppwagen zu Carola und dem Auto (der Fahrer war wirklich F1 verdächtig unterwegs mit einem LKW!) und es stellte sich heraus, dass der Abschleppwagen zu schmal für unser Wohnmobil war. Wir hatten in der Werkstatt noch besprochen was für ein Fahrzeug wir haben und Peter hatte sogar Bilder gezeigt! Nun gut, mit dem Abschleppwagen ging es nicht. Der Fahrer versprach am kommenden Morgen mit einem wesentlich größeren Abschleppwagen um 8 Uhr auf der Matte zu stehen. Aber weit gefehlt. Bis 11 Uhr kein Anzeichen für Abschleppwagen.

Wir entschlossen uns, notgedrungen in der anderen Richtung zu suchen und wurden glücklicherweise gleich vom ersten Fahrzeug mitgenommen. Ein sehr netter Herr in einem Movistar Fahrzeug (Telefonprovider) der ins Wochenende fuhr. Er setzte uns in Matarani ab, einer Stadt 60km vom Auto entfernt. Dort suchten wir nach einer Werkstatt und trafen zufälligerweise auf der Straße einen Abschleppdienst, der auch gleich einwilligte uns zu helfen. Allerdings hatte er noch Kundschaft auf dem Auto, so dass wir bis Spätnachmittag warten mussten. Der Preis den er anbot war zwar auch relativ hoch, aber für die Strecke vom Ort des Geschehens bis nach Arequipa wohl angemessen. Arequipa und 150 km Abschleppen deshalb, weil in Arequipa ein großer FIAT Händler ist, der wohl helfen kann.

Wir fuhren also am Abend mit unserem Auto auf dem Abschlepper bis in die Nähe von Arequipa und machten dann ein paar Stunden Pause, da der Fahrer sichtlich müde wurde. Weiter fahren wäre einfach zu gefährlich gewesen. Nach ein paar Stunden Ruhe fuhren wir weiter bis zur FIAT Niederlassung, wo uns freundlicherweise erlaubt wurde schon um 6 Uhr morgens abzuladen, obwohl die Niederlassung erst um 8 Uhr öffnet. Der Abschleppunternehmer arbeitete sehr professionell und musste auch einige Keile unterlegen, um unser Auto mit dem Überhang am Heck ohne Aufsetzen auf den Abschleppwagen bzw. wieder herunter zu bekommen. Das Auto war super verzurrt, einfach ein Fachmann, der weiß was er wie tut.

Dort standen wir also und warteten auf jemanden, mit dem wir reden konnten. Eine Dame, die sogar Englisch spricht nahm sich unserer an. Da es Samstag war und die Werkstatt ausgebucht wurde uns mitgeteilt, dass vor Montag keine Chance auf Diagnose bestünde. Wir sollten in ein Hotel. Nach einigem Verhandeln und Telefonaten der Dame mit ihrem Chef durften wir doch im Auto bleiben, durften aber nicht auf dem Gelände spazieren gehen. Logisch, denn eine Autowerkstatt ist kein Spielplatz. Wir saßen also das Wochenende über im Auto und die Spannung stieg.

Am Montag um 9 Uhr wurden wir dann aus dem Auto gebeten, denn während unser Auto verarztet wurde durften wir aus Sicherheitsgründen nicht am Fahrzeug bleiben. Wir baten nochmals darum, nicht stur der Fehlermeldung des Bordcomputers zu folgen, sondern vor einem Anlassversuch erst die Keilriemen und Zahnriemen zu checken, da das Geräusch das wir hörten einfach so klang.

Wir hielten uns dann in einem Aufenthaltsraum auf, der uns freundlicherweise zur Verfügung stand.

Nach 5 Tagen ohne Dusche in einem Aufenthaltsraum an der Werkstatt, der teilweise zur Werkstatt hin offen war, so dass wir hautnah die 450 PS Monster, die nachts gewartet wurden hören, riechen und atmen durften hatten wir immer noch keine Diagnose, ob der Motor nun hinüber oder reparabel ist.  Diese Werkstatt wollte uns Teile für fast 1500 Euros verkaufen nur um eine Diagnose stellen zu können, abgesehen von 45 Tagen für den Import. Wir entschlossen uns, die Werkstatt zu wechseln.

Mehr dazu im nächsten Bericht „On the road again“.

Das Beitragsbild zeigt einen Vorfall, der typisch ist für diese Firma und wurde von uns selbst aufgenommen.