Ushuaia Tierra del Fuego

Ushuaia – Fin del Mundo

16.11.2018 USHUAIA – Fin del Mundo – Wir haben es geschafft!

Wir sind angekommen in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, die auf der Straße erreichbar ist! Nach aufregenden, teils mit heftigen Winden verbundenen 5877 km auf südamerikanischen Straßen sind wir in der legendären Station, dem Beginn der Panamericana angekommen.

Die letzten Kilometer seit der Rio Gallegos waren schwer zu fahren, nicht wegen den teilweise (auf Seite Argentiniens) schlechten Straßen, sondern wegen den heftigen Winden hier unten am Ende der Welt. Wir hatten Böen von weit über 100 km/h, die teilweise so heftig waren, dass es sich anfühlte als würden die Vorderräder die Bodenhaftung verlieren. Hier jagt ein Sturmtief das Andere, es ist nicht so einfach Lücken zu finden, die das Fahrzeug nicht zu sehr gefährden.

Andererseits waren die Landschaften unbeschreiblich und nach den vielen Kilometern Pampa ohne Bäume waren Wald und Berge wieder etwas ganz Anderes. Auf einem Parkplatz in den Bergen hatten wir nette Gesellschaft von einem Graufuchs, der uns sehr interessiert bei Fotografieren zuguckte und keine Scheu hatte.

Etwas Schnee hatten wir auch, hier in Feuerland heißt es ja „4 Jahreszeiten in einer Stunde“ und das ist wahr.

Stellplätze mit Windschutz sind rar, teilweise ziehen wir es vor einfach in einer Stadt (so verfügbar) zu übernachten, um wenigstens zwischen den Häusern etwas Schutz vor dem Wind zu finden. Ersatzweise ist es immer eine gute Idee mit der Front nach Westen zu parken, damit der Wind vor vorne auf das Fahrzeug trifft. Wir haben mittlerweile auch die Winterabdeckungen auf den Lüftungsgittern, da der Carthago mehr als Schönwetterfahrzeug konzipiert zu sein scheint. Aus der Steckdose am Eingang und zwischen Kühlschrank und Backofen zog es massiv kalt herein. Das sollte eigentlich nicht sein!

Bei der Einfahrt nach Ushuaia (übrigens „Usuaia“ ausgesprochen, nicht „Uschuaia“ wie viele sagen) haben wir viele Motorradfahrer gesehen, hier ist ein riesiges Treffen von Bikern am Wochenende.

Die Stadt ist architektonisch vernachlässigbar, aber die Umgebung und die Aussicht von jedem freien Platz in der Stadt ist unbezahlbar. Auf der einen Seite die schneebedeckten Berge, auf der anderen Seite der Beagle Kanal und die Berge der Antarktis. Nicht zu Unrecht wird die Chilenische Seite der Bezirk Antarktika genannt.

In der Stadt gibt es das übliche Touristenangebot, eine Fußgängerzone mit vielen Restaurants und Pizzerias. So vielfältig ist die Küche Argentiniens nicht. Einzig ein Angebot für Seespinne fällt etwas aus der Reihe.

Wir haben uns einen Tag die Stadt angesehen, stehen nun an der Station des „Tren fin del mundo“, dem Zug zum Ende der Welt. Hier befindet sich ein Camping Municipal, ein kostenloser Stellplatz mit gemauerten Grills und reichlich Platz für jeden. Umgeben von den Bergen, mit einem Flusslauf direkt vor dem Auto ein traumhafter Platz um etwas zu verweilen.

Wir finden es übrigens faszinierend, dass der gemeine Patagonier bei 5 Grad über Null im T-Shirt grillend im Nationalpark (oder irgendwo anders wo ein gemauerter Grill vorhanden ist) steht und seine halbe Kuh auf den Grill klatscht. Nun ja, eben Sommerferien am südlichsten Ende der besiedelten Welt. Die Raubvögel hier sind frech, man muss sein Stück Kuh gegen falkenähnliche, relativ große Vögel verteidigen, da die zu fünft oder zu sechst gemeinsam angreifend ebenfalls ein Stück Grillgut haben möchten. Faszinierend.

Von hier aus geht es in den nächsten Tagen in den Nationalpark ans Ende der Straße (noch ca. 25 km) und zu einigen Aussichtspunkten im „Parque Tierra del Fuego“.

Danach wollen wir an den wirklich südlichsten Punkt einer Straße auf der Welt fahren, was noch einmal 90 km Piste einfach bedeutet. Denn die vermarktete Stelle hier im Nationalpark ist wohl der Beginn der Panamericana, aber nicht der südlichste Punkt einer Straße auf der Welt. Der liegt etwas östlich und führt zu einer Militärbasis. Dort gibt es kein Schild, die Vermarktung ist noch nicht angelaufen.

Mit dem Erreichen des Beginns der Panamericana beginnt für uns ein neuer Abschnitt unserer Weltreise. Von jetzt ab geht es nur noch nördlicher, auch wenn wir im Verlaufe der Zeit immer wieder nach Süden kommen werden.

Auf dem Weg nach Ushuaia machten wir eine Nacht Station in Tolhuin und standen direkt am Lago Fugnano. Eine traumhafte Aussicht, auch wenn wir uns spätabends wegen dem heftigen Wind ein paar Meter vom Ufer zurückziehen mussten.

Für diejenigen, die sich fragen wie es wohl aussieht durch Patagonien zu fahren hier ein Zeitraffervideo von der Fahrt nach Süden.