Rio Primero – ein extrem seltsames Kaff

04.01.2019 Heute kamen wir auf dem Weg nach Santa Fé in einem Dorf namens Rio Primero durch. Da wir Brot brauchten warteten wir, bis der vermeintliche Supermarkt nach der Siesta wieder aufmachte.

Peter ging hinein und wollte Brot kaufen, ihm wurde aber gesagt, man verkaufe nur an „Socios“, also Mitglieder. An der Tür hinge auch ein Schild, auf dem das stünde.

Um diesen Ort zu dokumentieren machte Peter 2 Bilder, eines außen vom Laden und eines von dem Schild, das in der Tür hängt, denn dass ein Supermarkt nicht an Fremde verkauft ist zumindest seltsam. Wohlgemerkt, es ist kein Sozialladen, sondern für Mitglieder reserviert.

Als wir gerade bei der Suche nach dem nächsten möglichen Stellplatz waren kam die Polizei! Es stellte sich heraus, dass die Beschäftigten die Polizei gerufen hatten, nachdem Peter Bilder gemacht hatte. Auf den Bildern sind keine Personen, nur das Ladenlokal und eben dieses ominöse Schild, das nebenbei in der ganzen Weihnachtsdeko, die noch nicht entfernt wurde völlig untergeht. Man ist hier eben ein wenig langsamer und später dran als im Rest der Welt…

Die Polizei erklärte uns dann, dass das ein Mitgliedersupermarkt sei und man wie in einem Fußballverein Mitglied sein müsste um dort einkaufen zu dürfen. Es sei nicht für Arme, aber eben Mitglieder.

Nun gut. Soll es so sein. Dass diese Dorfbewohner aber gleich die Polizei holen, nur weil ein „Fremder“ ihren Laden fotografiert ist schon seltsam. Sehr seltsam.

Unsere Ausweise wurden kontrolliert und die Fahrzeugpapiere, was aber kein Problem darstellte. Strafzettel o.ä. gab es auch nicht. Also scheint es nicht verboten zu sein, einen Laden zu fotografieren in Argentinien, nur eben in Rio Primero wird gleich die Polizei geholt.

Dieses elende Kaff wird uns also fortan in Erinnerung bleiben als eine No-Go-Zone für Fremde. Dummerweise liegt es an einer Ruta nacional, also einer Bundesstraße von Cordoba nach Osten, besser gesagt an der einzigen Bundesstraße von Cordoba nach Osten. Sollte jemand hier unbedingt durchkommen müssen können wir nur raten einfach ohne Anhalten durch zu fahren und in dem nächsten Dorf einzukaufen. Dort wird an Fremde verkauft und die Leute sind auch noch so nett nicht gleich die Armee zu holen weil ein Fremder einkaufend die Stadt heimsucht.

Wir haben mittlerweile zweieinhalb Monate Argentinien mit 12000 km Strecke hinter uns, von Gualeguaychu im Norden bis hinunter nach Ushuaia und auch einige sehr ländliche Gegenden gesehen. So etwas wie in Rio Primero ist uns noch nicht untergekommen.