Peru – Fantastische Landschaft und Müll

Wir sind jetzt zwei Monate in Peru unterwegs, einen Monat davon wegen des Werkstattaufenthalts in Arequipa. Um eines gleich vorweg zu schreiben: Peru ist ein faszinierendes Land, ein unglaubliches Land, aber es hat auch echte Aufgaben zu lösen.

Dieser Artikel bezieht sich nur auf den Teil, den wir bisher gesehen haben, also die Küste. Peru ist das drittgrößte Land in Südamerika und hat Küsten, die Andenregion mit Vulkanen und hohen Bergen und auch einen großen Teil, der im Amazonasgebiet liegt mit Regenwald. Es wird auch beschrieben als “Costa, Sierra, Selva”.

Die Menschen die wir bisher getroffen haben waren durchweg sehr nett und hilfsbereit. Gut, es wird so manches Mal versucht von uns andere Preise zu verlangen, aber meist lässt sich das klären oder wir verzichten einfach. Hier verderben reisende US Amis einfach die Preise für Touristen. Machen wir klar, dass wir aus Deutschland kommen geht es meist besser. Insgesamt wirken die Peruaner auf uns sanftmütig und freundlich, eine sehr angenehme Erfahrung. In manchen abgelegenen Dörfern hatten wir den Eindruck, dass die Leute lieber nichts an Fremde verkaufen möchten, so wie z.B. Brot. Gut, fahren wir eben weiter.

Die Landschaften durch die wir gefahren sind waren so fantastisch, dass wir oft einfach staunend verstummt sind. Hier irgendwelche Sci-Fi zu drehen ist ein Klacks. Würde Riddick über die Straße pesen, wir wären nicht erstaunt. Marslandschaft beschreibt es vielleicht am besten, unwirklich, wie im Computer generiert. Solche Landschaften kann es doch gar nicht in echt geben schoss uns oft durch den Kopf.

Dann wieder Wüste, Sand, hohe Dünen, die auf die Straße wehen oder Sand, der vom Wind vom Strand auf die Straße geweht wird. Viele Schilder “Achtung Sandverwehungen” weil einfach teilweise die Straße vom Sand fast verschluckt wird.

Die Straße wurde an der Küste quasi in die Berge gemeißelt, die Berge sind meist nicht gegen Steinschlag gesichert. Immer wieder kommt es zum Abgang von großen Brocken, Vorsicht ist hier nicht nur wegen der Schilder angesagt. Abgründe auf der anderen Seite der Straße, die meist nicht oder nur mit niedrigen Leitplanken (in besonderen Kurven) gesichert sind.

Stellplätze en masse, wir standen südlich von Lima nur frei und haben die Landschaft genossen. Ab Pisco nordwärts gibt es leider ein Sicherheitsproblem, viele Berichte über bewaffnete Überfälle. Deshalb haben wir seitdem nicht mehr in der Wildnis, sondern nur in Städten oder Dörfern übernachtet. Das ist soweit sicher, denn in der Regel befindet sich an der Plaza de Armas (dem Dorfplatz) auch eine Polizeistation.

Peru hat eine große Geschichte, archäologische Fundstätten die in ihrer Menge schon gar nicht mehr alle zu erfassen sind und viele davon sind sehenswert. Gerade im Norden häufen sich die Museen und Fundstätten dermaßen, dass wir gar nicht mehr alle aufsuchen.

Nun zum Teil “Müll” der im Titel erwähnt ist. Ein sehr trauriger Aspekt des Landes ist das Müllproblem. Wir hörten von anderen Reisenden, dass entlang der Küstenstraße beidseitig Müll liege und die Straße nicht schön zu bereisen sei. Das stimmt zum Teil, gerade im Norden ist der Müll omnipräsent.

Überall wird wild Bauschutt abgelagert, ob da Schilder stehen oder nicht. Es gibt keine erkennbaren Deponien, wenn Bauschutt abgekippt wird, dann wird auch gleich Hausmüll dazu geworfen. Überhaupt, der gemeine Peruaner lässt seinen Müll da fallen wo er ihn loshaben möchte oder der Müll fliegt einfach aus dem Autofenster. Wer hinter Bussen herfährt sollte tunlichst auf herausgeworfene Flaschen und anderen Unrat achten.

Zum Teil scheint der Bauschutt Erdbeben geschuldet zu sein, auch das sei angemerkt. Das Land wird immer wieder von verheerenden Erdbeben heimgesucht und was dann tun mit all dem Bauschutt der kaputten Häuser? Logischerweise erst einmal raus aus dem Ort, ab in die Wildnis. Aber es wird auch aktuell einfach Bauschutt an die Straße gekippt völlig ohne Not. Das führt auch dazu, dass Grundstücke erst einmal mit hohen Mauern umgeben werden um die Müllablagerung zu unterbinden. Sieht seltsam aus, wenn quadratkilometerweise Wüste ummauert wird, ist aber so.

Was uns besonders entsetzt hat in Sachen Müll war die Szenerie in Chan Chan. Angebliches Weltkulturerbe der UNESCO und die Schilder am Straßenrand versinken geradezu in Bauschutt und Hausmüll. Hier wird nicht nur wild gebaut auf Fundstätten die angeblich geschützt sind, die sie dienen auch als Mülldeponien! Das Ministerium für Kultur scheint nichts dagegen zu unternehmen, aber die Mittel der UNESCO werden wohl gerne genommen. Wir denken die Mittel sollten sofort gestoppt und der Status entzogen werden. Es kann doch nicht angehen, dass die Weltgemeinschaft Mülldeponien schützt und sponsort!

Unten sehr ihr ein Video der aktuellen Situation in Chan Chan. Macht euch selbst ein Bild.

Trotzdem finden wir Peru absolut bereisenswert. Dieses Land hat so viel zu bieten und es geht weit über dieses Machu Pichu hinaus.