Paso Jama Argentinien nach Chile

14.03.2019 Der Paso Jama, unser bisher höchster Andenpass mit über 4950 m. Wir machen Station an den Salares Grandes in Argentinien wo wir auf einem Parkplatz mitten im Salar übernachten. Dann geht es hoch auf gut 4000 m in das Dorf Jama direkt an der Granze zu Chile. Dort machen wir erneut Station für die Nacht. Morgens ist der Dieselfilter eingesülzt, weil der Diesel kein Winterdiesel ist und schon bei 5 Grad einsülzt. Also literweise Warmwasser über den Filter kippen (die Heizung mit Gas geht noch) und dann springt das Wohnmobil auch wieder an.

Nachdem das Wohnmobil warm gelaufen ist fahren wir über die Grenze. Die Chilenen haben ihre Vorschriften für den Import von Lebensmitteln, wir entsorgen alles was unter den Bann fällt vor dem Grenzübertritt. Glücklicherweise war bis auf ein paar rohe Eier nichts mehr Verbotenes an Bord. Die Grenzbeamten sind wieder sehr nett, auch das sei hier mal erwähnt.

Dann geht es mehrfach hinauf über Berggipfel weit über 4800 m, die Spitze liegt laut GPS auf 4956 m über dem Meer. Also nur etwa 30 m weniger als auf dem berühmten Paso Agua Negra. Wir spüren die Höhe deutlich. Bei 3800 m halten wir mal an einem Aussichtspunkt an und beim Versuch los zu fahren mag das Auto nicht. In niedrigen Drehzalbereichen hat der Ducato keine Turbounterstützung und das Gemisch ist auch zu fett. Durch die Automatik kommt der Ducato nicht auf Touren und fährt einfach nicht berauf vorwärts. Was tun? Einfach, rückwärts gen Abgrund fahren (die Zuschauer zücken ob der zu erwartenden Sensation schon die Handys und machen Videos) und wenden. Das geht zum Glück, da genügend Platz ist und die Rückfahrkamera den Abgrund anzeigt. Vorwärts den Berg hinunter starten, dann eine scharfe Wendung und wir fahren bergauf. Wieder etwas gelernt!

Auf über 4800 m halten wir noch eimal an um Fotos zu machen, lassen aber den Motor laufen und gucken, dass wir eben stehen. So fährt der Ducato mit einer Bedenkpause auch wieder an. Erstaunlich, wie schwachbrüstig die modernen Diesel ohne Turbo sind!

Den Weg nach unten werden wir wohl nie vergessen. Extreme Gefälle, die wir auf längere Strecken nur im 1. oder 2. Gang fahren können um die Bremsen nicht zu überhitzen (später treffen wir ein Paar aus Argentinien mit einem Ducato Wohnmobil und Automatik, dem die Bremsen abgeraucht sind am Paso Jama). Der Motor hat kräftig zu arbeiten an der Motorbremse, aber es funktioniert. Es gibt viele, viele Nothaltestellen (die mit dem tiefen Kies) für Fahrzeuge, denen die Bremsen versagen. Trotzdem stehen in einigen der Nothalts ausgebrannte Wracks. Eine wirklich gefährliche Andenüberquerung!

Unten angekommen fahren wir bis nach San Pedro de Atacama und sind mitten in der Atacama Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Wir freuen uns, den Paso Jama gemeistert zu haben und heil unten angekommen zu sein. Ein wirkliches Erlebnis und unvergesslich.