Südamerika

Parque Nacional los Alerces

05.12.2018 Dieser Park hat es in sich! Der Eintritt ist kostenlos, da der Dezember hier zur Nebensaison zählt. Zuerst kamen wir nach Villa Futalaufquen, wo wir die Rangerstation aufsuchten. Leider war nach 16 Uhr schon geschlossen. Aber eine junge Dame sah uns und bot uns Infos an. Eine junge Rangerin, die ganz begeistert vom Park und den kostenlosen Campingplätzen sprach. Ultranett, uns in ihrer Freizeit auch noch so mit Infos zu versorgen. Wir bekamen Tipps zu jedem Campingplatz, der hier vorhanden ist und das sind einige! Manche sind geschlossen, andere von der Zufahrt her ungeeignet für uns. Aber zwei haben es in die Endauswahl gebracht.

Wir fuhren also am See entlang, eine Zeit Asphalt, ca. 30 km Schotter. Aber gut hergerichtet, weil bald geteert wird. Der Platz den sie uns empfohlen hat ist ein Traum (Free Camping Punta Mattos). Direkt am See, kleiner Strand, alte Bäume. Es sind schon einige Leute hier, sogar ein deutsches Auto (katonworldtour.com). Der Andrang hält sich aber sehr in Grenzen.

Hier haben wir beschlossen ein wenig zu bleiben, denn malerischer geht es nicht mehr. Apropos malerisch: Die Anfahrt hierher war atemberaubend. Täler voller Lupinen, Straßen gesäumt mit überbordenden gelb blühenden Sträuchern, Wälder, echte Wälder! Wir kamen aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. An der Rangerstation riesige Araukarien, die Urzeitbäume die wir schon lange in echt sehen wollten.

Am See kleiner Strand im Wald, Grillplätze, eine Ruhe die sehr gut tut. Wir stehen schief, aber das ist egal. Keine Lust zum Umparken. Vielleicht später. Mui tranquillo.

Nachdem wir uns doch noch etwas gerade platziert haben schlafen wir ausgezeichnet. Am Morgen frühstücken wir draußen, es ist warm. Wir gehen am Strand entlang, der idyllischer nicht sein könnte. Feiner Kiesstrand, Gletschersee in Türkis, dahinter die schneebedeckten Anden und das Wasser ist fast warm genug um darin zu baden (in Ufernähe). Viele kleine Buchten, in denen man ungestört chillen kann. Viele Feuerstellen mit Steinen umsäumt, denn hier ist Picknickplatz für jeden. Wir sind wieder einmal erstaunt über die Art der Argentinier, solche kostenlosen Plätze anzubieten und dann auch gleich noch Feuerstellen oder gemauerte Grills zur Verfügung zu stellen. Feuerholz liegt überall reichlich herum.

Worüber wir noch so lachen mussten: Einige Zeit vor dem Stellplatz steht ein Schild “Achtung Puma“. Der lebt hier und wie schon geschrieben, keine Schmusekatze. Die Tipps beinhalten kein Wandern in der Nacht und man möge die Parkranger verständigen wenn man einen Puma irgendwo sieht. Telefonnummer steht dabei.

10 m nach dem „Achtung Puma“ Schild steht ein weiteres Schild. „Ab hier kein Handyempfang mehr“. Gut, Nationalpark, abgelegen, Gletschersee. Aber wie wollen wir einen Ranger verständigen unter der angegebenen Rufnummer, wenn nachts ein Puma ums Auto schleicht? Wir wissen es nicht, wollen es auch gar nicht weiter wissen. Alles total entspannt.