Paraguay Itaipu Staudamm Weltreise

Paraguay der erste Besuch

30.01.2019

Ja, was schreiben zu Paraguay? Viele Panamericanareisende lassen Paraguay aus, denn es liegt ja nicht an der Panamericana. Ganz klar ein Fehler in unseren Augen. Das Land ist definitiv einen Besuch wert!

Gut, wenn Paraguay, dann entweder im Winter (im Sommer sind schon mal 45 Grad bei 70% Luftfeuchte das gängige Wetter) oder mit Standklimaanlage und Generator für die Klimaanlage. Wir waren natürlich ohne Standklima im Sommer (Januar) unterwegs.

Die Hitze und Feuchte sind zwar ein echtes Erlebnis, aber nicht unbedingt das, was wir brauchen und suchen. Wir haben dementsprechend viel geschwitzt und mussten um überhaupt schlafen zu können immer wieder mal den Motor laufen lassen, so dass wenigstens die Fahrerhausklimaanlage etwas Kühlung und Entfeuchtung gebracht hat.

Die Leute sind unheimlich nett und zuvorkommend. Großes Lob an Paraguay! Als wir in einem Örtchen standen und vor uns hin schwitzten wurden wir sofort von einer Anwohnerin adoptiert, die uns alle Möglichen Informationen inkl. ihres Internetanschlusses zur Verfügung stellte. Der Bürgermeister der Gemeinde beschaffte uns eine SIM füs Handy (man braucht in Paraguay eine Cedula, also Personalausweis für eine SIM) und telefonierte am Wochenende (!) bis nach Asuncion um eine Klimaanlage für uns zu finden. Auch der städtische Elektriker wurde gerufen und versuchte seine besten Verbindungen zu aktivieren. Leider erfolglos, denn Paraguay kennt keine echte Wohnmobilszene.

Apropos: An einer Tankstelle wurden wir vom Eigentümer angesprochen er hätte auch ein Wohnmobil im Garten stehen! Und siehe da, ein relativ neuer Detleffs, vollintegriert und voll ausgestattet mit Klimaanlage. Leider wollte er die heiß begehrte Klimaanlage nicht verkaufen, aber fragen kostet ja nichts. Tage später und 200 km entfernt wurden wir wieder angesprochen von einem Pärchen, die wissen wollten wie wir das Auto importiert hatten, denn sie möchten auch eines kaufen. Sie dachten, wir seien Einheimische, so abgelegen war das Örtchen. Als wir dann erzählten, dass wir ein paar hundert Kilometer entfernt einen Detleffs gesehen hatten stellte sich heraus, die beiden kannten den Besitzer sogar namentlich. In der „Szene“ mit nur ein paar Wohnmobilen kennt man sich also landesweit. Für uns sehr interessant.

An einem anderen Tag wurden wir am Stadtpark stehend von einem deutschstämmigen Herrn angesprochen und auch gleich für abends zum Grillen bei einem großen Klimaanlagenhändler eingeladen. Auch der hatte zwar leider keine Lösung für uns, aber das Grillfleisch war zum Niederknien. Danke nochmals auf diesem Weg für den sehr interessanten und netten Abend!

Im Baumarkt bekamen wir deutschsprachige Beratung und haben auch einige Teile gefunden, die wir kauften. In Teilen von Paraguay wird tatsächlich noch Deutsch gesprochen bzw. die Leute können es entweder von zu Hause oder weil sie die Deutsche Schule besucht haben.

Früchte in Paraguay sind einmalig. Was hier alles wächst ist unglaublich und der Geschmack der Früchte ist für Deutsche Verhältnisse unbeschreiblich. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen dem, was in Deutschland verfügbar ist und dem, was hier an der Straße zu kaufen ist. Eine Geschmacksorgie der besonderen Art.

Wir besuchten natürlich auch ein paar Freunde, die wir im Internet gefunden hatten und genossen die Unterhaltung und die vielen Informationen aus erster Hand. Wir erfuhren viel über Müllabfuhr, Strom, Einwanderung und das nur rudimentär ausgebildete Postsystem. Ein sehr angenehmer Aufenthalt, danke Euch beiden dafür!

Wir besuchten auch die Jesuitenmissionen und den Itaipu Staudamm. Am Staudamm gibt es ein Naturschutzgebiet, in dem wir nach Anmeldung bei der Parkverwaltung drei Tage kostenlos auf dem Campingplatz stehen durften. Ein wunderschöner Campingplatz mit Strand und allem, was dazu gehört. Sogar WIFI gab es!

Die Betreibergesellschaft des Staudamms bietet auch kostenlose Touren an zur Besichtigung des Staudamms. Dieses Angebot haben wir natürlich wahrgenommen. Erst gibt es im supermodernen Kino einen Film zur Geschichte des Staudamms und des weiteren Ausbaus. Dann folgt eine mehrstündige Fahrt mit dem Bus, die auch am Fuß des Staudamms entlang führt. Ein einmaliges Erlebnis für uns und sehr interessant.

Was wir an Paraguay noch hervorheben möchten (unsere Deutschen Wurzel schlagen wieder zu) ist die Sauberkeit, die wir nach dem Argentinischen Plastikchaos überall wahrgenommen haben. Egal welches Haus oder welche Holzhütte, der Müll wird zusammengefegt und verbrannt wo es keine Müllabfuhr gibt. Es gibt praktisch keinen Müll auf der Straße. Die Terrassen sind, ob gefliest oder nicht, gefegt und einfach nur sauber. Ein sehr angenehmes Bild für uns nach all dem Plastik auf Argentinischen Straßen und Plätzen.

Wir wollten eigentlich auch ins Paraguayanische Chaco, haben uns das aber bei der Hitze und Feuchte erspart. Es wäre noch heißer gewesen und das wäre ohne Klimaanlage einfach zu viel geworden. Wir sparen es uns für einen späteren Besuch auf.

Asuncion als Stadt war ebenfalls interessant, aber mangels Kläranlage haben wir auf frisch gefangenen Fisch verzichtet. Es gibt in der Stadt natürlich auch Viertel, da ist ein Aufenthalt in der Nacht nicht anzuraten, aber diese Viertel einmal gesehen zu haben hat schon was. Die Strandpromenade gleich in der Nähe ist einen Besuch definiv wert.

Station machten wir selbstverständlich auch auf Hasta la Pasta, dem legendären Campingplatz. Wir hatten ein paar sehr erholsame Tage in deutschsprachiger Umgebung, haben auch einige liebe Freunde wieder getroffen und neue dazu gewonnen. Ein Paar aus Nürnberg, das schon 10 (!) Jahre unterwegs ist, aber inkognito mit einem Kennzeichen aus Schwabach. Als Fürther können wir es verstehen, dass ein nürnberger Kennzeichen kontraproduktiv wäre.

Für alle, die einmal auf Hasta la Pasta vorbeikommen noch ein Tipp: Es gibt einen Markt mit Deutschen Waren in der Nähe auf dem nicht nur tolles Brot, sondern auch Thüringer Bratwürste frisch vom Grill verkauft werden! Wir haben natürlich diese Delikatesse nicht an uns vorbei ziehen lassen, sondern sie ausgiebig genossen.

Die Überfahrt von Argentinien nach Paraguay erfolgte in unserem Fall mit einer kleinen Fähre im Dreiländereck Brasilien/Paraguay/Argentinien von Argentinien nach Paraguay, die sonst nur von PKWs benutzt wird und die letzten Jahre keine Reisenden mit Wohnmobil mehr gesehen hat.

Lustig war, als wir auf der Seite Paraguays ankamen gab es beim Zoll nicht einmal mehr ein Formular für ausländische Fahrzeuge um den T.I.P. zu erstellen. Ein netter Beamter fuhr auf dem Motorrad voran ins „große“ Büro wo sich nach einiger Suche dann doch noch ein altes Formular fand. Die Durchschriften klappten aufgrund des Alters des Formulars nicht mehr, er musste also auch die Kopien von Hand ausfüllen. Währenddessen bekamen wir von anderen Beamten einen kleinen Kurs in Guarani, der Sprache der Ureinwohner. Wir gestehen – viel zu kompliziert für uns, wir wissen kein einziges Wort mehr.