Nazca Linien Peru

Nazca und Nazca Linien

18.04.2019 Das Städtchen Nazca ist geschäftig, aber immer noch ein Städtchen. Trotz der scheinbar vielen Touristen, die sich aber nur in ein paar Straßen aufzuhalten scheinen. Wir parkten in einer Seitengasse zwei Quadras entfernt und schon waren außer und keine Touristen mehr zu sehen. Die Preise für Restaurants differieren stark, in den Hauptstraßen ein Menü ab 25 Soles (ca. 7 EUR), wir essen hervorragend in der Seitengasse für 10 Soles (ca. 2,70 EUR). Diese starken Differenzen sind symptomatisch für Peru, auch an der Panamericana werden unglaubliche Preise verlangt.

In Nazca gehen wir einkaufen auf dem Markt, wieder keine Touristen und vernünftige Preise für frische Ware. Wir decken uns im Supermarkt noch mit allerlei ein bevor es wieder in ländliche Gebiete geht.

Der Verkehr in Nazca ist zwar quirlig, aber sehr beherrschbar. Vielleicht kommt das zum Teil auch von unserem Kuhfänger, der so manche Idee uns knapp vors Auto zu fahren schon im Keim erstickt. So zumindest unser Eindruck. Allgemein können wir bisher über die Peruanische Fahrweise nur positiv berichten.

Auf alle Fälle ist Nazca ein liebenswertes Örtchen, das wir gerne in Erinnerung behalten. Für den Abend suchen wir uns trotzdem einen Stellplatz außerhalb. Wir werden fündig direkt an der Panamericana, wo sich kurz nach dem Ortsausgang ein Friedhof befindet. Am nächsten Morgen entdecken wir, dass wir am Anfang einer der legendären „Landebahnen für Außerirdische“ stehen, mitten auf dem „Flugfeld“. Besuch von Aliens allerdings Fehlanzeige.

Wir bekommen abends noch Besuch von der Touristenpolizei, der Herr meint es sei alles tranquillo und nicht gefährlich hier. Nur bitte nicht weiter auf die Linien fahren und keine Steine aufsammeln. Mit dem Hinweis, hier sei es in der Nacht aber dunkel verabschiedet er sich. Später am Abend kommen noch Polizei und Militär, die beiden Herren meinen es sei gefährlich hier nachts am Friedhof und an der Straße, besser in der Stadt parken. Wir lehnen dankend ab, denn im Dunklen zu fahren sei gefährlich. Das wird akzeptiert und die beiden Herren ziehen von dannen mit dem Hinweis wir sollten auf Räuber achten in der Nacht. Wir haben scheinbar Glück, von Räubern weit und breit nichts zu sehen, eine entspannte Nacht mit Mond über den Gräbern auf der Landebahn…

Die sagenhaften Linien von Nazca. Wir machen ein paar Aufnahmen mit der Drohne, aber da die Flugzeuge sehr niedrig unterwegs sind können wir nur in 15 bis 20 Metern Höhe fliegen. Aus der Höhe ist nicht allzu viel zu erkennen. Aber Sicherheit geht nun mal vor. Wir fahren zum Aussichtsturm und sind sehr positiv überrascht. Wir bekommen sofort einen Parkplatz, alles tranquillo. Am Turm selbst ist sehr wenig los, keine großen Busse mit Touristen, maximal Kleinbusse mit 8 Leuten. Wir hatten mit Menschenmassen gerechnet und dabei ist es fast leer. Es gibt zwei Stände mit Souveniers, einen Eisverkäufer und eine Dame verkauft bunte Puppen. Mehr nicht. Niemand ist aufdringlich, eine sehr angenehme Atmosphäre. Der Eintritt für den Turm ist mit 4 Soles (ca. 1,10 EUR) angemessen. Auf der Straßenseite des Parkplatzes wird gerade ein neuer, größerer Turm errichtet. Auf den kann man dann auch gleichzeitig hinauf und andere Besucher hinabgehen. Die Treppen am jetzigen Turm sind so schmal, dass per Pfeife signalisiert wird, wann man hinauf oder hinab kann. Als wir oben sind ist die Plattform mit zwei Familien voll besetzt. Als die beiden Familien gehen sind wir sogar eine Zeit lang völlig alleine oben. Dann sehen wir, dass unser Auto völlig alleine auf dem Parkplatz steht. Die Besucherzahl hält sich wirklich in Grenzen. Mag sein, die meisten Leute fliegen über die Linien (beim nächsten Mal sind wir dabei) und lassen den Turm dann aus. Das ist für uns ein No Go, denn gerade mit dem Aussichtsturm verbinden wir diesen atemberaubenden Ort.

Ein paar Scharrbilder sind vom Turm aus zu sehen, die bekanntesten aber nur vom Flugzeug aus. Drohne auch hier ein No Go wegen Flugverkehr. Macht nichts, hier zu stehen und den Ort zu erleben ist schon überwältigend.

Nach einem ausgiebigen Kaffeepäuschen fahren wir noch zum Museum Maria Reiche. Sie war diejenige, die damals die Scharrbilder entdeckte und lange Jahre erforschte. Eine Dresdnerin in Peru, die dem Land mit Ihrer Arbeit so viel gegeben hat. Das Museum ist herrlich unaufgeregt, klein, tolle Atmosphäre und die Arbeit von Maria Reiche wird sehr schön dargestellt mit Originalzeichnungen, ihren Maßbändern und vielen authentischen Bildern während ihrer Forschungstätigkeit. Der beeindruckende Lebenslauf nimmt eine ganze Wand ein. Im Garten steht noch ein alter VW Bus, der damals zum Einsatz kam. Das Grab von Maria Reiche ist ebenfalls im Garten und in seiner Schlichtheit ergreifend.

Im Museum ist noch ihr Arbeitszimmer und Wohnraum erhalten. Sie lebte wirklich ein bescheidenes Leben und erreichte doch so viel. Wir sind fasziniert, wie ruhig und doch liebevoll alles präsentiert wird. Gut, das Deutschland Banner am Schreibtisch ist übertrieben, aber wir verbuchen das als gut gemeinte Hommage an das Heimatland der Forscherin.

GPS Daten Stellplatz: -14.657654, -75.185383