Montevideo – Uruguay

05.10.2018 Heute haben wir endgültig Südamerika erreicht. Nach 35 Tagen auf See auf dem Seelenverkäufer von Grimaldi konnten wir in Montevideo / Uruguay von Bord gehen. Unser Wohnmobil hat das erste Mal in seinem Leben südamerikanischen Boden geküsst.

Nach dem Verlassen des Schiffs mussten wir zur Aduana wo unser Wohnmobil mit Röntgenstrahlen durchleuchtet wurde. Könnte ja sein, dass jemand Drogen aus Deutschland nach Südamerika schmuggelt. Dann ging es noch ab zur Migracion wo wir unsere Papiere erhielten.

In dem Moment waren wir angekommen und konnten uns einen Stellplatz suchen. Proviant und Wasser hatten wir noch an Bord, also nichts wie ab zum Leuchtturm in Montevideo. Dort ist ein beliebter Stellplatz direkt am Meer mit Blick auf Montevideo. Außerdem ist der Sonnenuntergang die richtige Belohnung für die Zeit an Bord.

An dem Abend wussten wir noch nicht, welche Abenteuer uns in den kommenden 14 Monaten erwarten würden. Wir hatten gewisse Vorstellungen, die aber in jeder Hinsicht übertroffen wurden.

Wir schreiben diesen Beitrag am 2. Jahrestag unserer Ankunft in Südamerika und blicken zurück auf die bisher aufregendste, schönste, schlimmste, ereignisreichste Reise unseres bisherigen Lebens. Wir sind wieder in Deutschland, da wir mehrfach große Motorprobleme hatten und schlussendlich wieder zurück verschifft haben. Wie sich herausstellt gerade noch rechtzeitig vor der Corona Katastrophe, die die Welt im Moment in Atem hält. Wir sind glücklich gesund und mit Wohnmobil hier zu sein. Viele andere Reisende hat die Corona Krise kalt erwischt, sie mussten ihre Fahrzeuge in Südamerika lassen und dort stehen die Fahrzeuge nun bis eine Weiterreise wieder möglich wird. Wir haben auch Kontakt zu Reisenden, die sich immer noch im Lockdown irgendwo auf dem Kontinent aufhalten und zum Glück bisher alle gesund geblieben sind. Wir drücken allen die Daumen, dass es bald wieder weiter gehen kann, wobei Gerüchte darauf hindeuten, dass die Situation eher eskaliert und die Grenzen bis mindestens Mitte 2021 geschlossen bleiben werden.

Heute sind wir einfach nur dankbar, diese Reise rechtzeitig unternommen und gesund vor dem Chaos wieder nach Europa gekommen zu sein. Gefühlt war die Ankunft sowohl vor vielen Jahren (an den Erlebnissen gemessen) als auch gestern. Doch sind es genau zwei Jahre, zwei aufregende Jahre.

Die nächste Reise wird, so viel können wir schon verraten, in Richtung Norden gehen. Wir sammeln gerade Informationen zu Skandinavien, wo wir nach Ushuaia als südlichste Stadt der Welt dann auch die nördlichste Stadt der Welt besuchen wollen. Wir werden sehen, wann das in dieser verrückten Welt möglich ist.

Ein wenig östlich von Montevideo liegt Punta del Este