Stellplatz Medellin Kolumbien Parque La Floresta

Medellin / Kolumbien

05.06.2019 Nach einer interessanten Reise durch die Berge bis nach Medellin sind wir nun seit ein paar Tagen in Medellin / Kolumbien. Der Weg hierher war kurvig, steil berauf und bergab und es gab nur wenige Möglichkeiten frei zu stehen. Dafür ist die Landschaft wieder einmal ein Genuss ohne Ende. Diese Kolumbianischen Anden haben es in sich! Tiefe Schluchten, Baustellen (die Straße wird teilweise 4-spurig ausgebaut), Dschungel, Bananen als Straßenbegleitgrün und im Kaffeegürtel ziehen sich über alle Berge die Kaffeepflanzungen.  Was hier als Unkraut am Wegesrand wächst wäre in unseren Baumärkten enorme Summen wert.

Unterwegs haben wir einige Reisende getroffen, von Fahrradfahrern aus dem Altmühltal  über Dänen mit einem Kanadischen Pickup bis hin zu einigen Argentiniern und Brasilianern, die hier in Medellin am Parque La Floresta stehen. Überhaupt ist das hier ein schöner Stellplatz für eine Großstadt. Es gibt WIFI, Geschäfte außen herum und es ist sicher. Die Polizei zeigt Präsenz und es ist einfach angenehm.

Zu Medellin können wir bisher nicht viel sagen, nur, dass die Stadt sauber ist, der Verkehr einer Großstadt angemessen und die Motorradfahrer alle ein wenig verrückt sind. Es wird generell Rücksicht genommen, was uns sehr angenehm auffällt. Gerade als Fremde in dem Trubel die Fahrspuren zu wechseln ist nicht immer so einfach, hier nimmt jeder Rücksicht auf uns. Wir werden laufend angesprochen, weil die Deutsche Fahne am Auto Aufmerksamkeit erregt genau wie das für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Wohnmobil. Sehr interessant, welchen positiven Ruf Deutschland hier genießt!

Wir haben erfolgreich Bremsbeläge erstanden und einen Ölfilter, was allerdings 2 Tage gedauert hat. Verkaufsgespräche in Kolumbien sind anders. Sehr viel entspannter und dann werden Bilder gezeigt von Deutschlandbesuchen, es gibt Kaffee und man unterhält sich über dies und das. Einfach liebenswert! Wir verstehen bis heute nicht, weshalb Kolumbianischer Kaffee hier doppelt so teuer ist wie im gut sortierten Handel in Deutschland, aber das ist mehr oder weniger (Brasilien ausgenommen) in ganz Südamerika so ein Ding.

In Medellin werden wir uns noch die Comuna 13 ansehen, das ehemals so berüchtigte Viertel auf dem Berg mit der einst höchsten Mordrate der Welt. Diese Zeiten sind vorbei, heute gibt es eine Rolltreppe den Berg hinauf und massenhaft Touristen. Zumindest unter Tags. Gestern haben wir erfahren, dass vor 2 Wochen wieder einmal eine kleine Reiberei zwischen Banden 47 Todesopfer gefordert hat, aber das ist (bis auf ein paar zufällig von umherschießenden Idioten getroffenen Unbeteiligten) mehr oder weniger auf die Banden beschränkt. Für Touristen gibt es sogar kostenlose Touren.

Außerdem wollen wir uns noch La Poblada, einen Stadtteil mit vielen Graffitis und Wandmalereien ansehen (hat Comuna 13 auch). Ein kurzer Spaziergang während das Wohnmobil in der Werkstatt stand für die Bremsbeläge sah sehr vielversprechend aus. Auch hier gibt es sogar kostenlose Stadtspaziergänge.

Der Ruf, den Medellin leider immer noch in der Welt genießt ist einfach falsch. Die Stadt ist eine moderne Großstadt mit allen Risiken, die Großstädte mal so haben. Aber es fühlt sich sicher an und die Stadt ist grün, hat breite Straßen, eine Metro, ein Straßenbahnsystem und auf die umliegenden Hügel Seilbahnen. Hier tut sich einiges im positiven Sinne. Wir können jedem nur raten, die Stadt einmal zu besuchen und selbst zu erleben wie spannend Medellin ist. Wer sich an grundlegende Regeln hält wie nachts nicht unterwegs zu sein und keine auffälligen Sachen mitzuführen der wir hier eine tolle Zeit haben.

Freut euch auf die nächsten Blogeinträge, dann mit Bildern aus den oben genannten Stadtvierteln! Ein Video von der Anreise ist auch in Arbeit, das dauert aber noch ein wenig.