Kupfermine Chuquicamata

25.02.2019 Chuquicamata – die weltgrößte Kupfermine. Für Besucher gibt es die Möglichkeit die Kupfermine mit einer kostenlosen Bustour zu besichtigen. Allerdings muss man sich anmelden, entweder per Email oder persönlich. Es gibt nur 42 Plätze pro Tour. Wir hatten Glück, da wir uns erst am Vortag angemeldet hatten und auf der Warteliste die Plätze 18 und 19 bekamen. Da aber viele potentielle Besucher sich anmelden und nicht erscheinen (kostet ja nichts) hatten wir Glück und durften noch mit.

Mit dem Bus geht es zuerst auf Besichtigung der Geisterstadt wo wir einige Fotogelegenheiten haben und etwas über die Geschichte erfahren. Wir erfahren auch, dass die Wohnungen kostenlos waren und in den 60ern hier die modernste Klinik Lateinamerikas stand. Sie wurde inzwischen vollständig von den „Cakes“, den Abraumhalden bedeckt. Die Firma schüttet nun woanders den Abraum auf, um die Stadt als Kulturerbe zu erhalten. Hier herrschte auch eine einzigartige Mischung von Bevölkerung, denn die Mine gehörte bis in die 70er zur Hälfte Amis.

Die Stadt wird noch etwas erhalten, aber die meisten Gebäude sind original. Durch die Luftfeuchte von nur 20% und die salzige Luft (auch Arsen ist dabei, deshalb wurde sie aufgegeben) verfallen die Gebäude praktisch nicht. Eine sehr interessante Atmosphäre, so ganz anders als in Epequen.

Nach der Geisterstadt geht es in die Mine! Es ist im Moment die weltgrößte Kupfermine im Tagebau, 5km lang, 3km breit und 1,1km tief. Das größte Loch, das Menschen je gegraben haben. Dieses Jahr gehen sie aber zum unterirdischen Abbau über. Die Mine selbst ist seit 1915 in Betrieb und es stehen noch viele alte Gebäude. Sehr interessant zu sehen. Facts: Tagesproduktion 1000 Tonnen reines Kupfer, 240 MW Stromverbrauch, ein gigantisches Geschäft. Die Mine selbst wirkt ein wenig chaotisch, aber sie funktioniert.

Als wir an dem Aussichtspunkt in den Tagebau stehen können wir die Dimensionen gar nicht richtig abschätzen. Solche Größen sind wir nicht gewohnt. Die Laster sind die größten der Welt und wenn sie vorbeifahren sind das schon mächtige Maschinen. Die Räder alleine haben 4 Meter Durchmesser. Im Tagebau sehen die Laster aus wir kleine Fliegen, die herumschwirren. Das gibt uns ein wenig die Größenverhältnisse. Überall um die Mine herum sind die sog. Cakes präsent, die Abraumhalden. Buntes Gestein, berghoch aufgeschüttet. Interessant: Die alten Abraumhalden werden gerade noch einmal erkundet, denn im Laufe der über 100 Jahre haben sich die Verfahren so verbessert, dass alter Abraum heute als wertvolles Gestein mit einem nutzbaren Kupferanteil gelten kann. Ach ja, zwei Arten von Kupfer. Oxid, das bis 300m Tiefe existiert und darunter noch Kupfersulfid, die beide in unterschiedlichen Verfahren genutzt werden. Es wird mit großen Mengen Schwefelsäure gearbeitet, die in offenen Becken herumwabert. Dann werden auch große Mengen Arsen „entfernt“, also in die Luft geblasen…. Kein gesundes Umfeld. Aber sehr interessant zu sehen.

Wir sind absolut beeindruckt von der Tour und sind auch abends noch am Grübeln. Dieses Jahr wird der oberirdische Abbau beendet und unterirdisch weiter gemacht. Ob dann überhaupt noch Touren angeboten werden ist nicht sicher. Wir sind froh, die Gelegenheit noch gehabt zu haben.

GPS Anmeldung zur Tour -22.438063,-68.925703