Parque Nacional Los Glaciares Gletscher Perito Moreno

Gletscher Perito Moreno in Argentinien

26.11.2018 Heute war Gletschertag. Wir besuchten den Gletscher Perito Moreno, der in dem Nationalpark Los Glaciares in Argentinien zu finden ist. Ein wundervolles Erlebnis!

Am Vorabend fuhren wir von El Calafate zum Nationalpark in der Hoffnung, am Eingang übernachten zu können. Leider ist das aus Sicherheitsgründen (Pumas, der Park wird nachts geschlossen) nicht erlaubt. Der Ranger gab uns aber einen Tipp, dass 2 km weiter am Rande der Straße ein ebener Stellplatz zu finden sei. Der Stellplatz war klasse, abends hüpften die Hasen und andere Bewohner der Region ums Auto herum. Abends bekamen wir noch Gesellschaft von Chris, einem Reisenden, der mit dem Fahrrad vorwiegend offroad unterwegs ist und hatten einen lustigen und unterhaltsamen Abendplausch.

Am Morgen machten wir uns gleich kurz nach 8 auf zum Gletscher, da so früh noch keine Touristenmassen in Bussen ankommen. Die Fahrt vom Eingang des Nationalparks zum Gletscher ist sehr schön, super Straße mit sehr intelligent gewählten Aussichtspunkten. Ein großes Lob dafür an Argentinien. Im Park gibt es sogar Picknickplätze, mehrere Parkplätze, ein Restaurant und einen Andenkenladen. Alles sehr schön angelegt und die Preise halten sich im normalen Rahmen für Argentinien.

Auf dem Weg zum Gletscher sahen wir eine prächtige Natur, schönen alten Wald, einen Wasserfall, gewaltige Findlinge und sogar Condore. Diese Vögel sind mit bis zu 3 m Spannweite wirklich beeindruckend, wenn sie in geringer Höhe über einem kreisen. Allein die Strecke bis zum Gletscher wäre schon einen Besuch für sich wert gewesen.

Wir parkten auf dem Parkplatz direkt am Gletscher, alles entspannt. Für größere Fahrzeuge gibt es weiter unten einen Parkplatz mit einem Shuttleservice! Gut organisiert, müssen wir sagen.

Die Wege um den Gletscher herum sind in erstklassigem Zustand, für jeden problemlos zu begehen. Es gibt sogar einen separaten Weg ohne Stufen für Rollstuhlfahrer.

Am Gletscher selbst bekamen wir einen direkten Eindruck von der Macht der Natur. Der Gletscher ragt ca. 70 m in die Höhe und ist kilometerbreit. So breit, dass bei Abbrüchen erst nach einigen Sekunden der Schall zu hören ist, wenn schon wieder alles vorbei ist. Eine Herausforderung für Fotografen, denn normalerweise guckt man dahin wo der Schall herkommt. Das funktioniert hier nicht.

Erstaunlich auch, welchen Lärm selbst die am kleinsten erscheinenden Brocken machen, die bei genauer Betrachtung dann doch nicht so klein, sondern eher hausgroß sind. Wenn der Gletscher bei Sonnenschein anfängt zu knacken, weil Spannungen im Eis zu Brüchen führen ist der Eindruck überwältigend. Dieses Erlebnis kann kein Video, kein Bild richtig transportieren.

Wir saßen insgesamt 6 Stunden staunend am Gletscher, drehten Videos, machten unzählige Bilder. Wir konnten uns nicht satt sehen von dem Anblick. Der leichte Sonnenbrand war gratis im Paket enthalten.