Tierra del Fuego Feuerland

In Feuerland angekommen – Tierra del Fuego!

13.11.2018 Wir sind in Feuerland angekommen! Nach der problemlosen Überquerung der Grenze von Argentinien nach Chile (Wurst aufgegessen, Zwiebel und Zitrone vernichtet, Salami aufgegessen, Ingwer wurde konfisziert) haben wir die Fähre nach Feuerland genommen.

Wir müssen an der Stelle Chile für die Straßen loben. Wir kennen bisher nur die Chilenischen Straßen in Patagonien, aber die sind erstklassig. Gerade im Vergleich zu den teils fragwürdigen Schlaglochpisten in Argentinien, wo schon mal statt Straßenreparatur ein Schild mit der Aufschrift “Proximos 50 km baches” was so viel heißt wie die nächsten 50 Kilometer Schlaglöcher aufgestellt wird. Wenn Argentinier etwas wirklich gut können, dann sind das Schlaglöcher. 50 cm tief sind da keine Seltenheit! So oder so, auf Chilenischer Seite beste Betonpiste, Markierungen, Parkplätze die eben sind mit Schotter und Mülleimer und Solarbeleuchtung für die Nacht. Unglaublich.

Die Warteschlange an der Fähre war kurz, die Überfahrt ruhig und mit nur 45 Minuten auch recht fix. Wir mussten leider den Preis für “Motorhome” bezahlen, was aber nur 8 Euros mehr ausmachte. Insgesamt mit ca. 30 Euros auch bezahlbar für den Spaß.

Bei der Ausfahrt aus der Fähre war die Rampe zuerst so steil, dass ein LKW hängen blieb. Die Crew hat dann ein wenig nachjustiert und selbst wir konnten dank der Zusatzluftfederung ohne aufzusetzen die steile Rampe problemlos meistern.

Auf Feuerland angekommen fanden wir uns in einer gefühlt anderen Welt wieder. Eine andere Landschaft als zuvor, Wind von unglaublicher Stärke, keinerlei Deckung für das Fahrzeug, aber sehr gut befahrbare Straßen. Wir wiederholen uns, aber nach ein paar Wochen Argentinien sitzt dieser Eindruck sehr tief.

Wir machten Station in Cerro Sombrero (welch ein Name), einem 1950 gegründeten Dorf für Ölarbeiter. Der Ort hat ca. 900 Einwohner, eine Kirche, ein Kino, ein geschlossenes Einkaufsparadies (der Supermarkt ist so groß wie eine kleine Garage), ein Denkmal, eine Feuerwehr, eine Tankstelle (superfreundlich) und als Highlight ein Tourismusbüro mit einem ultrakompetenten Mitarbeiter namens Enrique. Enrique hat über 2 Jahre in Berlin studiert und spricht neben Spanisch auch fließend Englisch und Deutsch! Er gab uns viele, viele Tipps über gesamt Chile und auch über den Argentinischen Teil von Feuerland. Danke an dieser Stelle noch einmal für die angenehme Unterhaltung und die Tipps! Für die Overlander, die keine Dusche oder Toilette an Bord haben stehen an der Tourismusinformation sogar kostenlose Duschen und Toiletten zur Verfügung. Schnelles WIFI ist ebenfalls vorhanden, was dem Ganzen noch die Krone aufsetzt. Welch eine Begrüßung der Gäste auf Feuerland. Chile, wir lieben dich jetzt schon!

Nach einer ruhigen Nacht in Cerro Sombrero ging es für uns weiter nach Süden, nach Rio Grande. Die Fahrt war zwar von den Kilometern her nicht schlimm, aber der Wind. Unheimlich anstrengend, dauernd gegen ca. 120 km/h Wind zu lenken und dabei die Fahrbahn nicht zu verlassen. An der Grenze von Chile nach Argentinien (auch hier wieder sehr freundlich, schnell, problemlos) konnten wir im Wind kaum stehen. Bei solchen Windgeschwindigkeiten würde in Deutschland wohl jeglicher Nahverkehr eingestellt und der Rundfunk würde verrückt spielen. Hier haben wir gefragt, ob das immer so sei. Antwort: Von September bis Februar ist das normal so. Die Wettervorhersage meint übrigens die nächsten vier Tage würde der Wind “auffrischen”, weshalb wir wieder einmal lieber in Deckung gehen. Ein Brasilianer erzählte uns heute Morgen, dass der Wind nur im Frühjahr so sei wie jetzt. Im Winter und Sommer sei er stärker… Der Mann ist nach 23 Monaten richtig genervt vom Wind und will nur noch nach Hause in sein warmes Brasilien. Wer könnte da widersprechen?