Ecuador Streiks und Krawalle

09.10.2019 Wir sitzen immer noch fest! In Ecuador ist einiges los seit vergangenem Freitag. Ausnahmezustand, nächtliche Ausgangssperre, praktisch alle Straßen unpassierbar wegen der Ausschreitungen der Indigenen. Wir sind 10 Reisende, 6 aus Deutschland, eine Australierin, eine US-Amerikanerin, eine Französin und ein Kolumbianer sowie eine Volontärin aus den USA, die auf dem Campingplatz fest sitzen. Ein bunter Haufen, sehr unterhaltsam.

Seit vergangene Woche die Subventionen für Treibstoffe gestrichen wurden versinkt das Land allmählich im Chaos. Überall Straßensperren durch Indigene, brennende Reifen, Nägel und Schrauben auf der Fahrbahn. In den großen Städten sieht es aus wie im Krieg. Militär und Polizei halten sich zurück, denn sonst explodiert das Land endgültig.

Mittlerweile ist die Lage so, dass wir nur noch zu Fuß einkaufen gehen können, denn selbst innerhalb der Ringstraße um die Lagune gibt es Blockaden. Heute wurde auch noch der Service des Roten Kreuzes in Sachen Krankenwagen eingestellt, da diese Irren sogar Krankenwagen angegriffen haben. Die einzige Pipeline zu den Raffinerien im Land ist abgeschaltet, da Indios Ölquellen besetzt haben. Treibstoff gibt es in Ibarra gar nicht mehr, selbst Propangas geht aus. Die Lebensmittelversorgung bricht langsam zusammen, Märkte sind aus Angst vor Plünderungen geschlossen. Dort wäre eh nur wenig zu handeln, denn es kommt keine Versorgung in die Stadt.

Das Tourismusministerium hat aus verschiedenen Städten bereits hunderte Touristen evakuiert, da den Hotels das Essen ausging. Cuenca wird über eine Luftbrücke des Militärs mit Lebensmitteln versorgt. Wir versuchen eine Verlängerung unserer Aufenthaltsgenehmigung und der Importerlaubnis für das Wohnmobil zu erhalten, um es aussitzen zu können. Die Deutsche Botschaft hilft übrigens hierbei in keinster Weise.

Zum Glück sind wir in einer Art Insel der Glückseligen gestrandet, hier fehlt es fast an nichts. Einkaufen geht auch noch, selbst wenn die Preise explodieren.

Auch solch ein Erlebnis gehört scheinbar zu einer Südamerikareise dazu, wenn wir auch gerne darauf verzichtet hätten. Solange wir sicher sind und versorgt sind besteht objektiv kein Grund zur Klage. Internet geht auch und die verschiedentlich angekündigten Strom- und Wassersperren blieben zum Glück aus.

Drückt uns die Daumen, dass sich die Lage bald beruhigt und wir demnächst wieder auf Achse sein können.