Die Atacama Wüste

15.03.2019 Eine der faszinierendsten Landschaften die wir bisher gesehen haben. Die Atacama ist die trockenste Wüste der Welt, es gibt Orte an denen vor 30 Jahren die letzten Tropfen gefallen sind. Entstanden ist die Atacama durch die Anden im Osten, über die keine Niederschläge gelangen und die Küsten Cordillere im Westen, über die ebenfalls keine Feuchtigkeit in die Atacama gelangt. Im Westen fließt der Humboldstrom aus dem Süden mit kaltem Wasser vom Südpol und es entstehen Nebelbänke an der Küste. Doch diese Nebel kommen nicht über die teilweise 1000 m und höheren Berge, so dass die feuchte Luft nur an der Küste bleibt und das Landesinnere nicht erreicht.

Die Luftfeuchtigkeit liegt in der Atacama lt. unserer Wetterstation auch nur bei 15 bis 20 Prozent, keine Chance für Niederschläge. Da die Luft so extrem trocken ist fühlt es sich auch gar nicht so warm an, sondern eher angenehm.

Was uns besonders fasziniert hat war der unglaubliche Sternenhimmel in der Nacht. Da nur sehr wenig Feuchtigkeit in der Luft liegt und keine Lichtverschmutzung durch Siedlungen besteht sieht man die Milchstraße klar und deutlich mit bloßem Auge. Ein extremer Kontrast zu dem Nachthimmel in Deutschland und einfach faszinierend.

Auf unserem Weg durch die Atacama haben wir natürlich auch San Pedro de Atacama besucht, dazu aber mehr in einem anderen Blogbeitrag. Das Valle de Luna ist nicht umsonst so benannt. Wir haben es noch nicht durchfahren, da diesen Frühling ziemlich viel Regen gefallen ist und wir nicht sicher waren, ob es mit unserem Wohnmobil schon möglich ist. Aber von einem Aussichtspunkt konnten wir ins Valle de Luna blicken und waren hin und weg. Beim nächsten Mal werden wir das Valle de Luna ganz sicher besuchen.

Was auch sehr interessant ist in der Atacama sind die Geoglyphen, alte Bilder und Markierungen entlang des Inka-Pfades, die sich durch die gesamte Atacama ziehen. Teil riesige Bilder, aus Steinen auf den Berghängen geformt dienten sie wohl einst als Markierungen des Gebietes der Einwohner und auch als Orientierungshilfe beim Durchqueren der Wüste. Die größte der Geoglyphen wird “Der Riese der Atacama” genannt. Die Darstellung eines Menschen, die einen gesamten Berghang bedeckt. Trotz der Bedeutung dieses Denkmals waren wir bei unserem Besuch völlig alleine, etwas überraschend für uns, aber sehr angenehm.

In der Atacama gibt es auch viele ehemalige Salitreras, Salpeterminen. Ein paar haben wir in anderen Blogbeiträgen schon erwähnt, Humberstone oder die Ex Officina Dolores. Von diesen Minen gibt es unzählige, das Gebiet in dem Salpeter zu finden ist wurde schon intensiv durchwühlt und kommt jetzt, einige Jahre nach dem Ende des Abbaus wieder zur Ruhe. Die Minen verfallen und die Natur stellt wieder den Ursprungszustand her.

Was sehr interessant zu sehen war ist, dass in Peru ab der Grenze zu Chile versucht wird, die Atacama zu begrünen. Wir haben viele Anpflanzungen von Bäumen und niedrigem Bewuchs gesehen, immer mit Wasserspeicher und Becken. Hier hat Peru scheinbar ein großes Projekt gestartet das durchaus Aussicht auf Erfolg hat. Selbst riesige Olivenhaine werden geschaffen, eine Einkommensquelle für die Bevölkerung.

Für uns lustig zu sehen waren unzählige unbewohnte Hütten, großteils ohne Dach auf abmarkierten Plots mitten in der Wüste. Wir wussten zunächst nicht, was das sein oder werden soll bis uns ein Freund aus Lima erklärte, was da vor sich geht. Da gehen Peruaner einfach her und bauen eine Hütte, markieren den Plot auf Land das ihnen nicht gehört in der Hoffnung, dass sich dort eines Tages eine Siedlung oder etwas Touristisches entwickelt. Dann behaupten sie einfach, das Land schon ewig in Besitz genommen zu haben und hoffen, dass sie einen offiziellen Landtitel bekommen. An vielen Stellen werden die Hütten aber doch abgerissen, weil der Staat solch ein Vorgehen nicht duldet. Ein interessantes Spiel, für uns absolut neu.

Zusammenfassend war Peter ein absoluter Fan der Atacama, Carola vermisste öfter ein paar Bäume oder irgendein Grün. Trotzdem ein unheimlich interessantes Gebiet, das außerirdisch wirkt. Die Möglichkeit mit dem Wohnmobil egal wo Station zu machen ist unbezahlbar. So wie bei unserem Stellplatz an den “Presencias Turtelares” in der Nähe von Arica. Drei Tage in der Wüste, Genuss pur. Kein Vergleich zu Touren, die einfach durch die Atacama führen und ab und zu mal eine Fotogelegenheit bieten. So eine Gegend ist am besten ohne Zeitdruck mit Wohnmobil erlebbar. Wir können nur empfehlen mit dem eigenen Fahrzeug die Atacama selbst und mit Muße zu erleben.

GPS-Daten Stellplatz: -18.63501, -70.255067