Cueva de las Manos

01.12.2018 Als Anfahrtsweg haben wir auf Anraten der Dame im Tourismus Büro in Perito Moreno den langen Weg gewählt, 128 km inkl. 42 km Schotterstraße. Die Schotterstraße ist zwar breit, aber teilweise so massiv mit Waschbrettmuster, dass wir ein paar Stunden brauchten um das Ziel zu erreichen. Die Abfahrt war am Ende steil, aber machbar. Wir trafen auf Polen, Australier, alle möglichen Nationen. Die Cueva de los Manos ist eben eine echte Attraktion.

Die Führung war fast 2 Stunden lang und super interessant. Auch wenn es keine Höhle gibt, in der man diese Höhlenzeichnungen sehen könnte, sondern nur Felsvorsprünge unter denen sich die damaligen Bewohner verewigt haben. Eine Höhle mit weiteren Zeichnungen ist zwar vorhanden, aber gesperrt, da hier noch Dokumentation und Ausgrabungen stattfinden.

Die Zeichnungen stammen aus drei verschiedenen Perioden (soweit bekannt) aus der Zeit von vor 5000 Jahren bis hin zu 1300 Jahren vor unserer Zeit. Unterschieden haben die Wissenschaftler die Zeitperioden anhand der angewandten Techniken und Muster. Es gibt Jagdszenen, Szenen vermutlich von wichtigen Versammlungen, schamanischen Ritualen.

Neben den berühmten Händen in positiver Abbildungsweise auch in negativer Darstellung, Abdrücke von Nandus, linke Hände, rechte Hände, auch sechsfingrige Hände. Faszinierend davor zu stehen, wo vor tausenden von Jahren jemand dachte, es sei wichtig mit ausgewählten Mineralien, Blut und Erden seine Zeichen zu hinterlassen.

Mittlerweile ist alles hinter Gittern gesichert, da irgendwelche Idioten in der Vergangenheit nicht umhin konnten „Danny was here“ oder anderen Unfug über diese Erbschaft der Menscheit zu schmieren oder gleich ganze Stücke herauszubrechen. Jede Tour wird von 2 Mitarbeitern begleitet, der/die Erste erklärt (in Spanisch und in Englisch) die Zeichnungen, der Zweite Mitarbeiter geht immer am Ende des Pulks und passt auf, dass niemand zurück bleibt und Unsinn anstellt. Leider unumgänglich wie wir gesehen haben.

Das Tal in dem sich die Zeichnungen befinden ist schlichtweg beeindruckend. Ein Fluss namens Rio Pinturas durchzieht das Tal, alles ist grün, oben auf den Bergen alles Steppe. Einfach unglaublich schön.

Die Wege sind bestens ausgebaut, der Parkplatz befestigt und das Infocenter ist informativ gestaltet. Für Gruppen, die teilweise in Bussen anreisen steht sogar ein großer Tisch zum Essen bereit, an dem mitgebrachte Speisen verzehrt werden können. Zu kaufen gibt es hier nichts, erstaunlich bei dem Andrang. Dieser Ort ist definitiv einen Besuch wert!

Wir befragten unseren Aufpasser Carlos wegen der neuen Zufahrtsstraße und er meinte mit Wohnmobil kein Problem. Es gebe nur 2 steile Stellen, aber mit Motorhome easy. Also wählten wir für den Rückweg den neuen Zugangsweg, der nur 28 km von der Ruta 40 und damit viel kürzer war als der alte Zufahrtsweg…

Die neue Zufahrt ist gekennzeichnet mit „einige sehr steile Anstiege und Gefälle“, denn er führt durch einen ca. 300 m tiefen Canyon.

Wir dachten gucken wir mal. Runter ging mit 1. Gang und Bremse. Unten angekommen stellten wir fest, dass alles zwar malerisch aussieht, aber den Berg auf der anderen Seite wieder hochkommen keine Chance mit einem hecklastigen Fronttriebler und 4,5 Tonnen. Wir versuchten es im 1. Gang, ging nicht. Wir versuchten es im 2. Gang, kamen weiter, aber nicht nach oben.

Das Auto beschloss ob der stehenden Räder hinten und der durchdrehenden Räder vorne, dass Hillholder und ABS nun nicht mehr zur Verfügung stünden. Beim dritten Versuch (das Auto hatte beschlossen, alles wieder zur Verfügung zu stellen) packten wir es rückwärts den Berg hoch. Mit viel Schotter umhergefliege, viel Staub und etwas angegriffenen Reifen kamen wir dann aus dem neuen Zugang wieder auf die Ruta 40. An sich wäre der Canyon vielleicht eine Übernachtung wert gewesen (Puma Fressplatz), aber Peter meinte, er könne die Nacht nicht schlafen ohne eine Lösung.

Auf dem Weg nach Perito Moreno liefen uns dann Guanacos, ein Stinktier und ein Armadillo vors Auto. Alle haben die Begegnung überlebt.

Abends waren wir total geschafft, auch wegen der Canyon Tour. Aber auch ob dieses kleinen Paradieses in der Pampa mit dem grünen Tal und waren wir noch lange mit den Gedanken bei den Ureinwohnern, die vor so langer Zeit mit ihren Mitteln ihre Geschichte erzählt haben.

Das Video zur neuen Access Road zu der Cueva de los Manos. Sie führt durch eine 300 m tiefe Schlucht und ist wie die klassische Zufahrt nur mit Kies hergestellt. Uns wurde versichert, mit Wohnmobil kein Problem… Mit Frontantrieb ging nichts vorwärts aus der Schlucht heraus, wir mussten rückwärts den Berg hoch…

Das Video zur klassischen Access Road zu der Cueva de los Manos hin und die neue Access Road zurück.