Cemetery Chauchilla bei Nazca

17.04.2019 Wir besuchen den Nazca-Friedhof Chauchilla in der Nähe von Nazca. Der Friedhof stammt aus der Zeit weit von den Inka, ca. aus dem Jahr 200 bis 900 n. Chr. und erstreckt sich über ein relativ großes Gelände. Es befinden sich mehrere hundert Gräber hier, einige sind geöffnet und können besichtigt werden. Leider wurden die Gräber von Grabräubern ausgeraubt bzw. alles irgendwie Wertvolle gestohlen oder in Museen verbracht. Für uns ist es trotzdem ein sehenswerter Ort. Der Eintrittspreis hält sich mit 8 Soles (2 Euros) pro Person in angenehmen Grenzen. Am Parkplatz gibt es sogar Sanitäranlagen, die wir aber dank guter Ausstattung im Auto nicht benötigen. Kleine Randnotiz: Hier wurden einige Szenen des Films „Indiana Jones und der Kristallschädel“ gedreht.

Zu erreichen ist der Ort von der Pananmericana aus über eine 7 km lange Piste, die relativ gut zu befahren ist, wenn auch Waschbrettmuster, also nur langsam.

Wir kommen abends an und da hier abends heftiger Wind weht beschließen wir, die Nacht zu verbringen und erst am nächsten Morgen die Besichtigung zu machen. Als die letzten Touristengruppen zu ihren Bussen laufen sehen wir einige Deutsche, ein Herr aus Bamberg spricht uns sogar an. Er ist seit 3 Monaten unterwegs und einfach begeistert von Südamerika.

Am Morgen stehen wir zeitig auf, denn in diesen Breitengraden geht abends um 18 Uhr die Sonne unter und morgens um 6 Uhr auf. Wir gewöhnen uns langsam um und bleiben nachts nicht mehr so lange auf, stehen dafür früher auf. Ein großer Vorteil des frühen Aufstehens ist, dass wir lange vor den wenigen Touristenbussen die Besichtigung starten können und praktisch ungestört auf dem Gelände unterwegs sind.

Die Besichtigung ist sehr interessant. Es sind Mumien in Gräbern zu sehen. Die Gräber selbst wurden aus Lehmziegeln in die Erde gebaut. Es gibt Einzelgräber, Gräber für Paare und Familiengräber. Teilweise sind auch Knochen einfach so in Haufen zu sehen. Schön gemacht, überdacht und mit Bändern abgesperrt. Ein ruhiger Ort, unspektakulär, einfach gestaltet. Angemessen.  Wir laufen eine Stunde die Gräber ab und machen Fotos, überlegen wie die Menschen wohl gewesen sein könnten. In der Kultur wurden die Schädel teilweise deformiert, d.h. durch Abbinden der kindlichen Schädel längliche Schädelformen erzeugt und teilweise wurden auch schon operative Schädelöffnungen durchgeführt bei denen die Operierten auch überlebten. Für uns seltsam, für das Volk der Nazca damals offensichtlich sinnbehaftet.

Nach der Besichtigung geht es für uns weiter in Richtung Nazca und dann zu den Nazca Linien nördlich.

GPS Daten Stellplatz: -14.98327, -74.927697