Arequipa Peru

Im März 2019 hatten wir unsere erste Autopanne, in Peru an der Küstenstraße. Wir ließen uns nach Arequipa abschleppen, in der Hoffnung beim FIAT Konzessionär Hilfe zu erhalten. Nach 5 Tagen in dieser Werkstatt des Teufels ließen wir das Auto erneut, aber in Arequipa zu Mundial Motors abschleppen, wo uns schließlich geholfen wurde. Tipp für alle, die mit einem FIAT die Panermericana bereisen: Geht in Peru nicht zu einem FIAT Konzessionär!

Während wir auf Ersatzteile aus Deutschland warteten hatten wir genügend Gelegenheit Arequipa zu erkunden und uns die Stadt aus der Perspektive von Einwohnern anzusehen. Fazit: Eine sehr schöne Stadt mit hervorragenden Restaurants. Wobei Restaurants nicht den in Deutschland üblichen Erwartungen entsprechen müssen. Am besten gegessen haben wir in kleinen Läden, teilweise in der Einfahrt einer Autowerkstatt oder auf der Straße. Dort wird gekocht wie bei Muttern und es schmeckt einfach fantastisch. Preiswert sind diese kleinen Restaurants auch noch, d.h. EUR 1,50 bis EUR 2,00 für ein Menü mit Getränk ist der übliche Preis. In Arequipa haben wir oft Ceviche gegessen, das typische Fischgericht. Ceviche ist roher Fisch in Lemonensaft eingelegt für ca. 15 Minuten, hauchdünne rote Zwiebeln, Koriander etc. und ist unser Favorit. Aber auch die ganzen Braten die angeboten werden mit Reis sind hervorragend. Nicht umsonst ist die Peruanische Küche weltberühmt.

Überall gibt es Produkte mit Coca zu kaufen, also nicht Coca Cola, sondern echtes Coca. Dem neugierigen Reisenden sei hier gesagt, dass diese ganzen Coca Produkte vom Kaugummi bis zum Tee eher einen geringen Anteil Coca enthalten. Gegen Höhenkrankheit am besten einfach Coca Blätter mit heißem Wasser aufgießen und das funktioniert wenigstens. Wer sich auf Coca Kaugummi verlässt ist in großen Höhen verloren.

Die Stadt ist umgeben von Vulkanen von denen einer noch als aktiv eingestuft und permanent überwacht wird. Beeindruckend, von schneebedeckten Vulkanen mit über 6000 m Höhe umgeben zu sein und trotzdem angenehme Temperaturen zu haben. Die Stadt liegt auf ca. 2500 m, also ein hervorragendes Training für die Höhe.

Während der Zeit in Arequipa waren wir auch eine Woche auf Sprachkurs, aber der war eher suboptimal. Viel Grammatik, aber wenig im täglichen Leben anwendbare Redewendungen. Na gut, Spaß gemacht hat es allemal.

Gleich in der Nähe unseres Hostals war eine große Markthalle in der zu bummeln einfach Spaß gemacht hat. Die Gerüche, das Gewusel, die Präsentation der Waren. So etwas findet man in Europa nicht mehr. Sehr interessant in dem Zusammenhang ist der Käse, der angeboten wird. Nennt sich Queso Paria und ist eine Mischung aus Ziegenkäse und Kartoffelbrei. Sehr schmackhaft und preiswert. In Acht nehmen muss man sich teilweise vor dem Aji, denn je nachdem wer es hergestellt hat kann es extrem scharf sein. Also besser vorher etwas probieren bevor man es voller Euphorie über dem Essen verteilt.

Das Zentrum von Arequipa ist lebhaft, es gibt auch eine große Fußgängerzone in der wir ab und zu bei Burger King dem Ceviche untreu geworden sind. Kleidung ist preiswert (Jeans 12 Euros) und es macht Spaß durch die Stadt zu bummeln. Die zentrale Plaza ist sehr sehenswert und wirkt sehr friedlich. Überhaupt, Sicherheit ist in Arequipa kein Thema. Wir wurden trotz Hostal in einer eher einfacheren Gegend niemals belästigt oder waren in Gefahr. Wir haben die Busse genutzt (25 Cent pro Fahrt) und auch da kein Problem. Beim Bäcker waren wir schon bekannt, haben so manche Leckerei ausprobiert. Wir haben uns sogar die Sitzgruppe im Wohnmobil neu überziehen lassen, mit ein wenig Zeit für den Sattler geht auch das.

Als die Ersatzteile dann angekommen sind (hier noch einmal herzlichen Dank an Thorsten aus Lima!) waren wir aber dann doch froh, endlich wieder on the road zu sein. Ein Monat in Arequipa war toll, aber Reisen macht noch mehr Spaß.