2 Monate Werkstatt in Pasto / Kolumbien

Nach über 2 Monaten in der Werkstatt in Kolumbien sind wir endlich in Ecuador auf der Finca Sommerwind angekommen. Die beiden Monate in der Werkstatt auf dem Parkplatz waren hart. Sehr hart. Nicht nur der Schmutz, das Gejammer des Parkplatzbetreibers wegen Strom und 10 (!) Litern Wasser am Tag für Dusche und Kochen, sondern auch das dauernde Auf und Ab mit dem Motor und den Teilen.

Wir hatten ja am Anfang die Diagnose Kipphebel gebrochen, Glühkerze fest und wieder mal Spannrolle kaputt. OK, Teile aus Deutschland bestellt, dann das Drama mit DHL die uns gnadenlos belogen hatten was die Paketlaufzeit mit Paket international und Premium Option (40 Euros extra für nichts) angeht.

Wir saßen in dieser unglaublich schwierigen Situation und das Paket kam einfach nicht. Wurde wohl trotz angeblich Luftfracht mit dem Schiff verschickt. Dann bestellen wir alle Teile noch einmal und dieses Mal mit DHL Express ging es dann. Zu unserem großen Glück unterstützte und Hans von der Finca Sommerwind beim Import. Ohne seine Hilfe wären wir wohl verloren gewesen.

Als es dann an die eigentliche Reparatur ging dauerte es noch einige Tage bis der Meister sich um unser Auto kümmern konnte, er hatte noch andere Kunden in der Warteschlange. Einstweilen Hoffen und Bangen, ob die Reparatur wirklich klappt. Als es dann soweit war lief der Motor tatsächlich wieder, klingt aber im Moment sehr rau und hat im unteren Drehzahlbereich auch weniger Leistung (gefühlt).

Die Strecke von Pasto nach Ibarra war dementsprechend eine Strecke mit viel Bedenken, ob der Motor wirklich hält, ob die China Spannrolle die provisorisch herhalten musste auch hält, ob der schon gebrauchte Zahnriemen (alles in dem anderen Paket) auch durchhält. Zum Glück ging alles gut und wir haben hier in der Finca Sommerwind nicht nur eine sehr angenehme Umgebung, sondern auch einen Motorspezialisten, der noch einmal Teile aus Paket 1 (nach 2 Monaten doch noch angekommen) austauschen, die Injektoren mit einem Service verjüngen darf, sondern sich den Motor genau ansehen wird. Was auch immer nötig ist, wir wollen einen Motor der uns die weiteren 10.000 km in Südamerika mit einem guten Gefühl voran bringt.

Ja, diese 2 Monate in der Werkstatt waren sehr aufreibend. Wir hatten dort auch keine Möglichkeit Wäsche zu waschen wegen dem elenden Gejammer des Parkplatzbetreibers und lassen hier nun die Maschine heiß laufen. Endlich wieder saubere Kleidung! Wir haben den ersten Abend gleich mit Leberkäse und Weizenbier gefeiert.

Hätten wir gewusst wie sehr uns DHL belügen würde hätten wir gleich am Anfang einen Flieger bestiegen und die Teile selbst geholt. Aber wir vertrauten damals noch auf DHL und deren Zusicherungen, das wird uns nie mehr passieren. Was ist nur aus diesem ehemaligen Staatsunternehmen „Post“ geworden?

Zu Pasto selbst und den Leuten müssen wir sagen, dass wir trotz aller Warnungen auch des Meisters nie Sicherheitsprobleme hatten. Gut, wir haben den Parkplatz nur unter tags verlassen. Abends wird direkt vor dem Eingang Crack verdealt und wir konnten auch Überfälle live beobachten. Dass nebenan bei irgendwelchen Feiern schon mal mit vollautomatischen Waffen geschossen wird geht in der Situation als Randnotiz fast unter.

Der Markt in Pasto ist klasse, die Auswahl an Obst und Gemüse sehr groß. In den kleinen Läden und den beiden Supermärkten nahe dem Busterminal gibt es einiges, aber nicht alles. Cola ohne Zucker zu finden ist eine echte Aufgabe wie überall in Kolumbien. Dafür sind die Restaurants relativ günstig und bieten sehr schmackhaft Küche. Wir haben aus Kostengründen trotzdem meist selbst gekocht.

Wir sind auf alle Fälle froh Pasto und der Situation endlich entronnen zu sein und danken auf dem Weg noch einmal allen, die Kontakt gehalten und uns emotional und auch mit dem Paketversand (Roswitha und Hans, Lili und Sebastian) unterstützt haben. Ganz besonderen Dank auch an Ulrike und Wolfgang (WU-TOUR.DE), die uns in Pasto besuchten und uns persönlich aufgemuntert haben.

Für alle zukünftigen Reisenden: Stellt sicher, dass ihr wie wir zu Hause gute Freunde habt, die euch in so einer Notsituation unterstützen. Es ist nicht leicht über so eine Dauer den Kontakt zu halten, aber praktisch unmöglich ohne diese Unterstützung so eine Reise zu unternehmen.